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AKUTGERIATRIE

Während viele Krankenhäuser danach trachten, ältere Patienten und Patientinnen möglichst bald wieder nach Hause zu schicken, geht das Orthopädische Spital in Wien-Speising einen anderen Weg: Ältere Patienten sollen nach einer orthopädischen Operation länger im Krankenhaus nachbetreut werden. Denn Zeit und Zuwendung fördern die Genesung.

Ältere Menschen brauchen Zeit; mehr Zeit, um nach Operationen wieder fit zu sein und vollkommen zu genesen. Dem trägt die neue "Akutgeriatrie und Remobilisation" (kurz: AGR) Rechnung, die am Anfang September 2014 eröffnet wurde. Der Wiener Internist und Geriater Privatdozent Dr. Edmund Cauza, der mit der Leitung der neuen Akutgeriatrie (AGR) betraut ist, erklärt das Konzept so: "Oftmals weisen ältere Patienten schwere Grunderkrankungen auf, wie etwa Diabetes, Herz-Kreislauf-Störungen oder andere internistische Krankheiten. Man kann diese Menschen daher nach einer orthopädischen Operation nicht gleich aus dem Spital entlassen, sondern sollte sie solange nachbetreuen und medizinisch überwachen, bis sie völlig genesen sind und wieder fit und mobil nach Hause gehen können. Genau das ist unser Ziel."

Neben bester medizinischer Betreuung setzt Cauza dabei auch auf die Zuwendungs-Komponente: "Den Menschen Zeit geben, Gespräche anbieten, ihre Sorgen hören - das gehört zum Genesungsprozess für uns auf der AGR dazu. Wir wollen Zeit und Zuwendung schenken. Das seelische Wohl ist uns sehr wichtig."

Dabei, den Patienten möglichst gut zu umsorgen, helfen viele Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen: Neben den Fachärzten für Innere Medizin & Geriatrie sind dies auch Orthopäden, Pflegekräfte, Ergo- und Physiotherapeut(inn)en, Diätolog(inn)en, Psycholog(inn)en, ein Seelsorgeteam und die sogenannten Entlassungsmanager, die die Patienten beim Übergang von der Klinik in den Alltag außerhalb des Spitals unterstützen.

Ganz besonders zeichnet die AGR in Wien-Speising auch das sogenannte "Living-Together"-Konzept auf der Station aus: Hier können die Patientinnen und Patienten auf einem "Marktplatz" - einem großen, hellen, wohnlich eingerichteten Raum mit Küche und Blick ins Grüne - gemeinsam ihre Zeit verbringen, miteinander kochen, sich an Gesellschaftsspielen erfreuen, Kontakte knüpfen, plaudern. "Diese soziale Integration fördert die Mobilisierung und Genesung entscheidend", sind sich die Verantwortlichen, Cauza und Pötz, sicher.

Die Eckdaten der neuen Einrichtung skizziert Spitals-Chef David Pötz so: "Die Akutgeriatrie wird 24 Betten umfassen. Durch ihre Ausrichtung auf den Bewegungs- und Stützapparat wird sie das bisherige Angebot des Orthopädischen Spitals Speising optimal ergänzen. Ganz besonders freuen wir uns auch, dass wir mit dieser Einrichtung rund 30 neue Arbeitsplätze schaffen konnten". Die Einrichtung wird übrigens eng mit der AGR im Wiener Herz-Jesu-Krankenhaus kooperieren, deren internistischer Leiter ebenfalls Edmund Cauza ist. Dass Herz-Jesu-Krankenhaus ist ebenso wie das Orthopädische Spital Speising Teil der Vinzenz Gruppe. Website: http://www.oss.at

Die Speisinger AGR nimmt Patienten ab 65 Jahren auf; Zuweisungen in die neue Einrichtung können von allen Krankenanstalten aus getätigt werden.

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Letzte Aktualisierung am: 11.09.2015, 15:42 




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