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ASTHMA

In Österreich leiden etwa 5,8 Prozent der Bevölkerung an Asthma. Sich verschlechternde Umweltbedingungen, eine Ausbreiten von Allergien und diverse Lebensstilfaktoren lassen erwarten, dass die Zahl der Menschen mit Asthma weiter ansteigen wird.

Patienten mit einer vermehrten Asthmasymptomatik leiden mehrmals pro Woche unter ihren Beschwerden. Diese treten oft auch nachts auf, da die Lungenfunktion in dieser Zeit zusätzlich vermindert ist. Phasen starker Verschlechterung der Symptome (Exazerbationen) treten bei diesen Patienten häufiger auf und können bei schweren Verläufen sogar mit Krankenhausaufenthalten verbunden sein.

"Von einer solchen Form des Asthmas spricht man, wenn die Erkrankung trotz inhalativer Therapie schwer kontrollierbar ist", erklärt Prof. Dr. Wolfgang Pohl, Facharzt für Lungenkrankheiten und Innere Medizin und Vorstand der Abteilung für Atmungs- und Lungenkrankheiten am Krankenhaus Hietzing. Ziel ist es, besonders bei solchen Verlaufsformen das Exazerbationsrisiko zu senken und schwere Exazerbationen zu vermeiden, zumal diese fast immer zu nachhaltigen Schädigungen der Lunge führen.

Bei inhalativen Medikamenten mit Kortison stehen die Hemmung der Entzündungsprozesse in den Bronchien sowie eine Verminderung der Schleimproduktion im Vordergrund. Zusätzlich wird die Empfindlichkeit der Bronchien gegenüber Reizen, die einen Anfall auslösen können, reduziert. "Kortison zählt zur Basistherapie bei Asthma, welches aufgrund der Inhalation in sehr geringen Mengen verabreicht und daher auch ein ebenso geringes Nebenwirkungsrisiko aufweist. Nur in schweren Fällen wird es vorübergehend oder permanent als Tabletten verabreicht", führt Prof. Pohl weiter aus.

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Starke Verschlechterung rasch behandeln

Der Alltag von Patienten mit vermehrter Asthmasymptomatik ist mit Einschränkungen verbunden, zumal die Belastbarkeit dieser Patienten vermindert ist. Bei solchen Patienten sind eine adäquate medikamentöse Versorgung sowie umfangreiche Patientenschulungen unumgänglich. Patienten mit vermehrter Symptomatik, die ein unzureichend kontrolliertes Asthma haben, können ein 2- bis 6-fach erhöhtes Exazerbationsrisiko aufweisen. Seitens der Ärzte und Patienten ist Aufmerksamkeit gefragt, da viele Patienten ihre vermehrten Symptome oft nicht ernsthaft wahrnehmen und dies eine gravierende Verschlechterung zur Folge haben kann.

Patientenschulung für eine korrekte Einnahme der Medikation Patientenschulungen zu Krankheit und Therapie bilden neben der regelmäßigen Einnahme der Asthmamedikation einen wesentlichen Grundpfeiler der Therapiemaßnahmen bei Asthma bronchiale. Dabei wird das Beherrschen der korrekten Inhalationstechnik erlernt. Moderne Inhalatoren verfügen über Feedback-Systeme, bei denen sich die Patienten von der richtigen Einnahme vergewissern können. "Dieses Feedback-System ist nicht nur nützlich, sondern auch immens wichtig, da dadurch die Therapieadhärenz gesteigert werden kann", erklärt der Lungenspezialist Dr. Wolfgang Pohl.

Quellen: (1) Price et al., NPJ Prim Care Respir Med. 2014; 12(24). - (2) http://asa-net.at/arzte/schweres-asthma-in-osterreich/ Zugriff April 2016. - (3) Patelis et al., Clin Exp Allergy 2015; Epub ahead of print. - (4) GINA Report 2016. - 5 Bateman et al., J Allergy Clin Immunol 2010; 125: 600-608.

Gute Behandlungsmöglichkeiten bei frühzeitiger Erkennung

Asthma bronchiale ist sehr weit verbreitet: rund sechs Prozent der Erwachsenen und sieben bis zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen leiden in Österreich aktuell unter der chronischen Lungenkrankheit. Asthma ist damit eine der häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt, wobei die Prävalenz weiter dramatisch zunimmt.

Asthma bronchiale ist eine chronische, also dauerhafte Entzündung der Atemwege (Bronchien), die durch an sich harmlose Auslöser wie kalte Luft, körperliche Belastung, Pollen oder auch psychische Faktoren wie Stress in Gang gebracht werden kann. Die Schleimhaut der Bronchien schwillt an, der Patient kann nicht mehr ungehindert ein- und ausatmen. Zu den typischen Beschwerden zählen Atemnot bzw. Kurzatmigkeit sowie Husten und Auswurf. Phasen mit starken Beschwerden können sich episodisch mit Phasen geringerer oder gänzlich ausbleibender Beschwerden abwechseln. Im Gegensatz zur Bronchitis, die ebenfalls eine Entzündung der Atemwege ist, verschwindet die Entzündung beim Asthma jedoch nicht, sondern bleibt dauerhaft bestehen. Teile des Lungengewebes werden dadurch unwiederbringlich zerstört und abgebaut, die Atemwege durch die chronische Entzündung verändert.

Grundsätzlich können zwei Formen von Asthma unterschieden werden: allergisches und nichtallergisches Asthma. Dem allergischen Asthma liegen bestimmte Stoffe zugrunde, gegen die der Betroffene überempfindlich reagiert, etwa Hausstaub, Tierhaare oder Pollen etc. Nichtallergisches Asthma wiederum wird durch unspezifische Reize ausgelöst wie beispielsweise Tabakrauch, Infekte, kalte Luft oder körperliche Anstrengung; aber auch psychische Faktoren wie Aufregung oder Stress können Auslöser sein. Häufig treten auch beim nichtallergischen Asthma zusätzlich Allergien auf. Weitere Begleiterkrankungen sind Diabetes mellitus, Neurodermitis, chronische Darmerkrankungen sowie chronischer Schnupfen.

Beschwerdefreier Zustand als oberstes Therapieziel

Nach derzeitigem Stand gilt Asthma bronchiale zwar als nicht heilbar, aber bei entsprechender Therapie als durchaus gut behandelbar. Sowohl beim allergischen als auch beim nichtallergischen Asthma gilt es vorrangig, die auslösenden Reize so gut es geht zu vermeiden bzw. bewusstes Verhalten an den Tag zu legen. Medikamente im Zuge einer Erhaltungs- und Bedarfstherapie können die Beschwerden ebenfalls deutlich lindern. Das gemeinsame Ziel all dieser Maßnahmen ist, dem Patienten einen beschwerdefreien Zustand zu ermöglichen, sodass er im Alltag bei normaler Lungenfunktion und guter körperlicher Belastungsfähigkeit keinerlei krankheitsbedingte Einschränkungen hat.

Behandlungserfolg durch Mitwirken des Patienten

Da sich symptomfreie Phasen und Phasen mit stärkeren Beschwerden abwechseln, ist eine dauerhafte Behandlung notwendig, vor allem um den Zustand der Krankheit stetig zu kontrollieren und idealerweise vorbeugend zu agieren. Besonders wichtig sind in jedem Fall das Mitwirken des Patienten und die gute Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt. Informative und beratende Patientenschulungen sind mittlerweile essentieller Bestandteil eines erfolgreichen Therapiekonzepts bei chronischen Krankheiten.

Mit besserem Krankheitsverständnis und Selbstmanagement soll ein bewusster Umgang mit der chronischen Krankheit erlernt werden. So kann beispielsweise nur die richtige Benutzung des Inhalators und die regelmäßige korrekte Einnahme der darin enthaltenen Medikamente einen Erfolg der Behandlung auf lange Sicht gewährleisten. Ebenfalls essentiell zur Selbstkontrolle sind regelmäßige Peak-Flow-Messungen, mittels derer der Betroffene unabhängig von Arztbesuchen eigenverantwortlich seine Werte messen kann und somit den eigenen Krankheitsverlauf im Blick hat.

Auch Atemübungen und Lungensport können begleitende Maßnahmen sein. Sogar die Ausübung von körperlicher Bewegung und Sport ist entgegen der vorherrschenden Meinung für Betroffene nicht nur möglich, sondern sogar förderlich, und kann helfen, die Leistungsfähigkeit zu erhalten oder zu optimieren. Erfolgreiches, gewissenhaftes Selbstmanagement in Verbindung mit der Einhaltung sämtlicher Therapiemaßnahmen kann die Lebensqualität bei Asthma enorm steigern und verbessert auch die Langzeitprognose nachhaltig.

Internet-Tipps

Siehe auch




 

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Letzte Aktualisierung am: 27.04.2016, 16:04 




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