SEITE BEARBEITEN >>

BERÜHREN

Berührt zu werden, spielt bei allen Menschen eine ganz besonders wichtige Rolle. Bis zur Pubertät können sich die meisten Menschen über ausreichend viel unmittelbaren Körperkontakt erfreuen. Ab dann sind die Intensität und die Qualität von Berührungen von der Partnerschaft abhängig, wobei Sexualität (durchaus bis ins höhere Alter) eine große Rolle spielt. Abseits der Berührungen durch den Partner / die Partnerin sind es vor allem Kontakte von und mit Händen, Wangen, Mund und Armen. Diese sind stark situationsbezogen und meist von kurzer Dauer. Eine faszinierende Sonderstellung nimmt Tanzen ein (vor allem Tanzarten mit enger Körperhaltung). Zusätzlich gibt es "professionelle" Körperkontakte beispielsweise bei der Hautpflege, Körperpflege, bei gesundheitlichen Problemen und wenn man z.B. Massagen oder Sexualbegleitung bucht.

[Werbung/PR]



Scheidung, Tod, Krankheit und Alter können bewirken, dass sich das Berührungserleben eines Menschen ganz plötzlich auf ein Minimum reduziert. Und das kann durchaus weitreichende Folgen haben. Ob direkt betroffen oder im Rahmen der Betreuungstätigkeit, sollte man sich diese Thematik bewusst machen und Wege einschlagen, die Berührungen wieder wahrscheinlich machen. Dazu ist es notwendig, sich auf Fremdberührungen einzulassen. Hilfreich dabei:
  • bewusstes Wahrnehmen von Körperkontakten jeder Art (wärmendes Sonnenlicht, das auf die Haut fällt, der kühle Boden beim Barfußgehen, das den körper herabrinnende Wasser beim Duschen erspüren, die Nähe von Personen beim An- und Auskleiden zulassen bzw. genießen usw.);
  • Händehalten oder Handauflegen wo immer dies möglich, erwünscht und für beide Seiten passend ist;
  • sich um eine positive Haltung bezüglich der täglichen Körper- und Toilettepflege durch Betreuungspersonen bemühen;
  • Massagen buchen;
  • mit Eigenberührungen das Berührungsempfinden verstärken.
  • gegebenenfalls Hilsmittel benützen (z.B. Therapie-Stofftiere oder Therapiepuppen; "berührende" Filme oder Fernsehsendungen ansehen).

Wichtig für Pflegekräfte

Speziell bei Patienten, die lange Zeit wenig berührt wurden, Berührungen nicht so gerne haben oder stärker Scham empfinden, jedes intimere Berühren vorher ankündigen bzw. vorher unbedingt um Erlaubnis fragen. Berührungen, die ohne dieses Einverständnis stattfinden, werden als tiefgreifende Verletzung der Privatsphäre erlebt. Dies gilt genauso bzw. in besonderer Weise z.B. auch bei der Pflege durch die eigenen Kinder. Bei Berührungen aller Art immer auch die Körpersprache der zu pflegenden Person beachten.

Buchtipp für pflegende Angehörige und Pflegekräfte

Specht-Tomann, Tropper: Hilfreiche Gespräche und heilsame Berührungen im Pflegealltag. Springer Medizin Verlag, Wien 2011. Buchbesprechung und Bestellmöglichkeit: http://www.50plus.at/pflege/buch-specht-tomann-tropper-hilfreiche-gespraeche.htm.

 

 Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte informieren Sie uns über allfällige Fehler oder korrigieren Sie diese selbst!

Letzte Aktualisierung am: 05.03.2013, 14:31 




[Werbung/PR]