SEITE BEARBEITEN >>

BETREUTES WOHNEN

Die Personen wohnen in der eigenen Wohnung mit der Möglichkeit, Verpflegung und Betreuung zu erhalten. Dies ermöglicht ein weitgehend selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Beliebtestes Wohnmodelle sind: zuhause Wohnen mit Service, ambulant betreute Wohngemeinschaften, familiäre geführte Pensionen mit Betreuungsservice und Senioren-Wohnanlagen mit individuell bewohnbaren Wohneinheiten, wo keine Verpflichtung besteht, am allgemeinen "Heimbetrieb" teilzunehmen. Siehe dazu auch die Beiträge Betreubares Wohnen und 24 Stunden Pflege.

Die Wohnungen oder Appartements sind in der Regel barrierefrei und gegebenenfalls über einen Lift zugänglich. Eine Notrufanlage gewährleistet Hilfe rund um die Uhr. Bestimmte Dienstleistungen wie z.B. Essensversorgung, Reinigungsdienste, Besuchsdienste,... werden als „Grundservice“ angeboten. Diese Dienstleistungen können bei Bedarf meist von mobilen oder ambulanten Sozial- und Gesundheitsdienstanbietern ergänzt werden. Meist gibt es eine Ansprechperson, die zu bestimmten Zeiten verfügbar ist und sich um die Sorgen und Anliegen der Bewohner kümmert.

Betreute Wohnungen bieten keinen Ersatz für Pflegeheime. Sollte aufgrund der körperlichen Verfassung eine intensivere Betreuung benötigt werden, sind die 24h Pflege und Heime Alternativen.

[Werbung/PR]



Leben im Alter – JournalistInnenpreis für Betreutes Wohnen

Erstmals stiftet Silver Living http://www.silver-living.com den „Leben im Alter – JournalistInnenpreis für Betreutes Wohnen“, der mit 1.500 Euro dotiert ist. Ziel des Preises ist es, Meinungsbildner zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit dem Leben im Alter anzuregen - eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen vor der wir stehen. So haben bereits heute zwei Millionen ÖsterreicherInnen den 60. Geburtstag hinter sich und Ende der 2030er Jahre werden es sogar drei Millionen sein. Wir laden Sie daher herzlich ein, dieses wichtige Thema in ihrer journalistischen Arbeit aufzugreifen und natürlich beim „Leben im Alter – JournalistInnenpreis für Betreutes Wohnen“ teilzunehmen.

Eine hochkarätige Jury für „Leben im Alter – JournalistInnenpreis für Betreutes Wohnen“, bestehend aus Wolfgang Amann, Geschäftsführer des Instituts für Immobilien Bauen und Wohnen GmbH, Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreich, Christian Struber, Präsident Hilfswerk Salzburg, Dinko Fejzuli, Chefredakteur medianet, Walter Eichinger, Geschäftsführer von Silver Living und Mag. Gerald Grünberger, Verband Österreichischer Zeitungen wird im April 2017 den Preis feierlich verleihen.

Dachverband Betreutes Wohnen

Bei der im Mai 2015 abgehaltenen „Fachkonferenz Betreutes Wohnen“ wurde den zahlreich erschienen Experten aus Immobilienwirtschaft, Politik, Verwaltung und gemeinnützigen Verbänden der Dachverband Betreutes Wohnen vorgestellt. Initiator des neuen Dachverbands ist die ARGE Betreutes Wohnen, die im vergangenen Jahr gegründet wurde.

„Der Dachverband Betreutes Wohnen will die Schärfung des Profils des Betreuten Wohnens in der öffentlichen Wahrnehmung“, erläutert Doz. Dr. Wolfgang Amann, geschäftsführender Gesellschafter des IIBW – Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH, einem führenden Dienstleister für wohnungsbezogene Forschung und Beratung in Österreich.

Weitere Ziele des Dachverbands sind die Interessenvertretung der Mitglieder, die Entwicklung von Standards, die Schaffung einer tragfähigen Datenbasis, die Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen des Betreuten Wohnens in der Wohnbauförderung der Länder, die Entwicklung neuer Finanzierungsmodelle, Forschung zu Wohn- und Betreuungsformen im Alter und internationale Vernetzung, insgesamt also die Aufbereitung eines vielversprechenden Sektors. Aus diesen Gründen sind im Dachverband Betreutes Wohnen die drei wesentlichen Akteure im Betreuten Wohnen vereint: die gemeinnützige Wohnungswirtschaft, die gewerbliche Wohnungswirtschaft sowie soziale Dienste.

Betreutes Wohnen in Österreich

„Die Förderung des Betreuten Wohnens ist in den Bundesländern uneinheitlich geregelt. Dies führt zu Reibungsverlusten bei der österreichweiten Etablierung dieser nachhaltigen Wohnform“, erläutert Wolfgang Amann. „Wohl fördern alle Bundesländer senioren- oder behindertenbezogene Maßnahmen im Rahmen der Wohnbauförderung, allerdings mit weitgehend unterschiedlichen Modellen, teilweise mit Aufschlägen zur Regelförderung, teilweise innerhalb der Punktesysteme des großvolumigen Wohnbaus, mit Förderdarlehen, Annuitätenzuschüssen oder Einmalzuschüssen.“

OeNORM Betreutes Wohnen


Betreutes Wohnen als Angebot

„Betreutes Wohnen vereint die „Hardware“ einer barrierefreien Wohnung mit der „Software“ einer sozialen Grundversorgung“, erläutert Christian Struber, Geschäftsführer der Salzburg Wohnbau GmbH, Obmann der ARGE Eigenheim und Präsident des Hilfswerk Salzburg. „Es kombiniert (leistbares) Wohnen mit mobilen Diensten. Betreutes Wohnen ist wohl in der Wohnbauförderung der meisten Bundesländer verankert, allerdings unterscheiden sich Definitionen und bauliche Anforderungen stark. Im Mietrecht sind „Seniorenwohnungen“ ähnlich dem Betreuten Wohnen definiert (§ 12 Abs 3 MRG). 2012 wurde die ÖNORM/CEN TS 11618 „Betreutes Wohnen“ veröffentlicht. Dennoch ist die öffentliche Wahrnehmung des Betreuten Wohnens inkonsistent. Betreutes Wohnen bedeutet keine Vollversorgung und keine Betreibergesamtverantwortung. Es ist „Hilfe zur Selbsthilfe“ und bietet Unterstützung und Sicherheit im Bedarfsfall.“

Ältere Menschen mit geringem oder mittlerem Pflegebedarf

„Betreutes Wohnen richtet sich an ältere Menschen mit noch keinem, mit geringem oder mittlerem Pflegebedarf“, ergänzt Walter Eichinger, Geschäftsführer Silver Living GmbH und Leit-Autor der ÖNORM/CEN TS 11618 „Betreutes Wohnen“. „Betreutes Wohnen bedeutet Sicherheit, Selbstbestimmung und Komfort bis in die letzte Lebensphase. Es ist ein Angebot für Menschen im Dritten Lebensabschnitt, die von einer zu großen oder einer nicht altersgerechten Wohnung in eine betreuungs- und pflegetaugliche Umgebung ziehen wollen, für Menschen, die ein häufig peripher gelegenes Eigenheim gegen eine zentral gelegene Wohnanlage mit optimaler Infrastruktur tauschen möchten und die ein Leben in einem aktiven sozialen Umfeld suchen.“

Vorteile von Betreutem Wohnen

Der demographische Wandel und die Entwicklung des Pflegebedarfs lassen eine sehr dynamische Entwicklung des Betreuten Wohnens erwarten. Es bewirkt individuelle Kostenvorteile gegenüber stationärer Pflege und vermehrten Komfort gegenüber normalen Wohn- und Pflegeformen. Betreutes Wohnen verursacht wesentlich geringere volkswirtschaftliche Kosten als andere Formen der Betreuung und Pflege. Zu erwarten ist, dass sich die Angebote an Betreutem Wohnen zwischen städtischem und ländlichem Umfeld differenzieren werden. Im städtischen Umfeld haben gewerbliche Angebote im mittleren Preissegment große Potenziale. Im ländlichen Bereich dürften vor allem Kombinationen mit gefördertem Geschosswohnbau zum Tragen kommen.

Zwei Millionen ÖsterreicherInnen älter als sechzig

„Die älteren Bevölkerungsgruppen wachsen wesentlich rascher als die jüngeren“, so Christian Struber. „Zwei Millionen ÖsterreicherInnen haben heute den 60. Geburtstag hinter sich. Ende der 2030er Jahre werden es drei Millionen sein. Noch dynamischer entwickelt sich nur die Gruppe der Hochbetagten. Fast die Hälfte der Senioren-Haushalte sind Singles, ein überwiegender Teil davon weiblich.“

Pflegebedarf

Der Pflegebedarf ist bei den „jungen Senioren“ (60-80 Jahre) gering. Nur rund 10% von ihnen beziehen Pflegegeld, weit unter 1% leben in Heimen. Richtig hoch wird der Pflegebedarf bei den Über-80-jährigen. Rund 60% der Hochbetagten beziehen Pflegegeld, annähernd 10% leben in Heimen. Der Pflegebedarf bleibt – bezogen auf die Altersgruppen – recht konstant. Was sich ändert, ist deren Größe. Heute dominiert noch die informelle Pflege durch Angehörige, diese wird jedoch deutlich an Gewicht verlieren und durch professionelle Dienstleistungen ersetzt werden.

Nutzen Sie unser Verzeichnis um entsprechende Einrichtungen zu finden.

Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)

Eigeninitiative und gegenseitige Unterstützung zu stärken: Beides ist zunehmend nötig angesichts der steigenden Zahl älterer Menschen in unserer Gesellschaft. Dabei geht es nicht nur um die Unterstützung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen sondern auch darum, die Potentiale und das Engagement der älteren Menschen zu nutzen. Dies gelingt am besten vor Ort, also dort wo die Menschen leben, sich im Alltag bewegen und in denen ihre sozialen Kontakte gewachsen sind. „In den Dörfern, Gemeinden und Stadtteilen müssen professionelle, ehrenamtliche und informelle Angebote stärker als bisher miteinander vernetzt und aufeinander abgestimmt werden, wenn man die Selbstbestimmung und Selbstständigkeit älterer Menschen zum Ziel hat. Die altersgerechte Quartiersentwicklung hat dabei zukünftig eine große Bedeutung“, erklärt Prof. Frank Schulz-Nieswandt, Vorstandsvorsitzender des KDA.

Die neue Handreichung „Quartiersentwicklung – Praktische Umsetzung sozialraumorientierter Ansätze in der Altenhilfe“ des KDA beschreibt praxisnah zahlreiche Instrumente und Methoden, wie man ein Quartiersprojekt Schritt für Schritt nachhaltig planen und umsetzen aber auch finanzieren kann. Praxisbeispiele zeigen wie eine Vernetzung der Akteure vor Ort unter Beteiligung der Bürgerschaft gelingt. Das Buch richtet sich an alle, die ein Quartiersprojekt in ihrer Kommune oder in ihrer Organisation umsetzen wollen.

Ursula Kremer-Preiß/Thorsten Mehnert: Handreichung Quartiersentwicklung - Praktische Umsetzung sozialraumorientierter Ansätze in der Altenhilfe. Köln: Kuratorium Deutsche Altershilfe, 2016. ISBN 978-3-940054-41-8. 136 Seiten. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf http://www.kda.de

Link-Tipps und Beispiele für betreutes Wohnen

Siehe auch


 

 Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte informieren Sie uns über allfällige Fehler oder korrigieren Sie diese selbst!

Letzte Aktualisierung am: 22.05.2017, 14:59 




[Werbung/PR]