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DACHVERBAND BETREUTES WOHNEN

Der Dachverband Betreutes Wohnen will in erster Linie die Schärfung des Profils des Betreuten Wohnens in der öffentlichen Wahrnehmung. Weitere Ziele des Dachverbands sind die Interessenvertretung der Mitglieder, die Entwicklung von Standards, die Schaffung einer tragfähigen Datenbasis, die Vereinheitlichung der Rahmenbedingungen des Betreuten Wohnens in der Wohnbauförderung der Länder, die Entwicklung neuer Finanzierungsmodelle, Forschung zu Wohn- und Betreuungsformen im Alter und internationale Vernetzung, insgesamt also die Aufbereitung eines vielversprechenden Sektors. Aus diesen Gründen sind im Dachverband Betreutes Wohnen die drei wesentlichen Akteure im Betreuten Wohnen vereint: die gemeinnützige Wohnungswirtschaft, die gewerbliche Wohnungswirtschaft sowie soziale Dienste.

"Die Förderung des Betreuten Wohnens ist in den Bundesländern uneinheitlich geregelt. Dies führt zu Reibungsverlusten bei der österreichweiten Etablierung dieser nachhaltigen Wohnform", erläutert Wolfgang Amann. "Wohl fördern alle Bundesländer senioren- oder behindertenbezogene Maßnahmen im Rahmen der Wohnbauförderung, allerdings mit weitgehend unterschiedlichen Modellen, teilweise mit Aufschlägen zur Regelförderung, teilweise innerhalb der Punktesysteme des großvolumigen Wohnbaus, mit Förderdarlehen, Annuitätenzuschüssen oder Einmalzuschüssen."

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"Betreutes Wohnen vereint die 'Hardware' einer barrierefreien Wohnung mit der 'Software' einer sozialen Grundversorgung", erläutert Christian Struber, Geschäftsführer der Salzburg Wohnbau GmbH, Obmann der ARGE Eigenheim und Präsident des Hilfswerk Salzburg. "Es kombiniert (leistbares) Wohnen mit mobilen Diensten. Betreutes Wohnen ist wohl in der Wohnbauförderung der meisten Bundesländer verankert, allerdings unterscheiden sich Definitionen und bauliche Anforderungen stark. Im Mietrecht sind 'Seniorenwohnungen' ähnlich dem Betreuten Wohnen definiert (§ 12 Abs 3 MRG). 2012 wurde die ÖNORM/CEN TS 11618 'Betreutes Wohnen' veröffentlicht. Dennoch ist die öffentliche Wahrnehmung des Betreuten Wohnens inkonsistent. Betreutes Wohnen bedeutet keine Vollversorgung und keine Betreibergesamtverantwortung. Es ist 'Hilfe zur Selbsthilfe' und bietet Unterstützung und Sicherheit im Bedarfsfall."

Für ältere Menschen mit geringem oder mittlerem Pflegebedarf

"Betreutes Wohnen richtet sich an ältere Menschen mit noch keinem, mit geringem oder mittlerem Pflegebedarf", ergänzt Walter Eichinger, Geschäftsführer Silver Living GmbH und Leit-Autor der ÖNORM/CEN TS 11618 "Betreutes Wohnen". „Betreutes Wohnen bedeutet Sicherheit, Selbstbestimmung und Komfort bis in die letzte Lebensphase. Es ist ein Angebot für Menschen im Dritten Lebensabschnitt, die von einer zu großen oder einer nicht altersgerechten Wohnung in eine betreuungs- und pflegetaugliche Umgebung ziehen wollen, für Menschen, die ein häufig peripher gelegenes Eigenheim gegen eine zentral gelegene Wohnanlage mit optimaler Infrastruktur tauschen möchten und die ein Leben in einem aktiven sozialen Umfeld suchen."

Vorteile von Betreutem Wohnen

Der demographische Wandel und die Entwicklung des Pflegebedarfs lassen eine sehr dynamische Entwicklung des Betreuten Wohnens erwarten. Es bewirkt individuelle Kostenvorteile gegenüber stationärer Pflege und vermehrten Komfort gegenüber normalen Wohn- und Pflegeformen. Betreutes Wohnen verursacht wesentlich geringere volkswirtschaftliche Kosten als andere Formen der Betreuung und Pflege. Zu erwarten ist, dass sich die Angebote an Betreutem Wohnen zwischen städtischem und ländlichem Umfeld differenzieren werden. Im städtischen Umfeld haben gewerbliche Angebote im mittleren Preissegment große Potenziale. Im ländlichen Bereich dürften vor allem Kombinationen mit gefördertem Geschosswohnbau zum Tragen kommen.

Zwei Millionen ÖsterreicherInnen älter als sechzig

"Die älteren Bevölkerungsgruppen wachsen wesentlich rascher als die jüngeren", so Christian Struber. "Zwei Millionen ÖsterreicherInnen haben heute den 60. Geburtstag hinter sich. Ende der 2030-er Jahre werden es drei Millionen sein. Noch dynamischer entwickelt sich nur die Gruppe der Hochbetagten. Fast die Hälfte der Senioren-Haushalte sind Singles, ein überwiegender Teil davon weiblich."

Der Pflegebedarf ist bei den "jungen Senioren" (60 bis 80 Jahre) gering. Nur rund 10% von ihnen beziehen Pflegegeld, weit unter 1% leben in Heimen. Richtig hoch wird der Pflegebedarf bei den Über-80-jährigen. Rund 60% der Hochbetagten beziehen Pflegegeld, annähernd 10% leben in Heimen. Der Pflegebedarf bleibt – bezogen auf die Altersgruppen – recht konstant. Was sich ändert, ist deren Größe. Heute dominiert noch die informelle Pflege durch Angehörige, diese wird jedoch deutlich an Gewicht verlieren und durch professionelle Dienstleistungen ersetzt werden.

 

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Letzte Aktualisierung am: 14.05.2015, 14:52 




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