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DEPRESSIONEN

Über 80 Prozent der älteren Menschen leiden an behandlungsbedürftigen Depressionen. Als "behandlungsbedürftig" gelten Depressionen, wenn sie länger als zwei Wochen andauern und zusätzlich vier der nachfolgenden Zustände gleichzeitig auftreten: Antriebs-, Appetit-, Interesselosigkeit, Konzentrations-, Schlafstörungen, unruhiges oder gehemmtes Bewegungsleben, Schuldgefühle, Selbstmordabsichten.

Zu den vielfältigen Auslösern von Depressionsschüben können missliebige Lebensumstände, Dauerstress, Witterungsumschwünge, Schwankungen des Hormonhaushalts, unbefriedigende soziale Kontakte, unliebsame Erinnerungen und bestimmte Medikamente zählen. Im Verdacht stehen beispielsweise Betablocker, Digitalisglykoside, Kalziumantagonisten, Kortisonpräparate, Lipidsenker, Vasodilatatoren und andere.

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Therapie

Fest steht, dass echte Depressionen weder mit aufmunternden Worten noch mit guten bzw. halbguten Ratschlägen gebessert oder gar geheilt werden können ("Es wird schon besser werden", "Reiß dich zusammen!"). Für einen dauerhaften Behandlungserfolg bedarf es Fachwissen und Zeit. Hauptpfeiler sind Gespräche des / der Depressiven mit einem auf Altersdepressionen spezialisierten Psychotherapeuten / einer Psychotherapeutin. Zumindest in den ersten Monaten nach Behandlungsbeginn sind Medikamente meist unverzichtbar (Stimmungsaufheller, Mittel gegen Angst und andere). Als bewährte Begleittherapie kommen zum Beispiel in Frage: Massagen und andere Arten des Körperkontaktes (fördern die Durchblutung und das Anti-Angst- und Vertrauenshormon Oxytocin, lösen Blockaden und Verspannungen), Ergotherapie, Gestalttherapie, Klang- bzw. Musiktherapie, Lichttherapie, Sexualbegleitung und andere.

Umgang mit depressiven Menschen

Allgemeine Ratschläge oder Vorwürfe tragen kaum zur Besserung depressiver Zustände bei. Viel wichtiger ist, über ein profundes Hintergrundwissen zum Thema Altersdepressionen zu verfügen. Wichtig bei Gesprächen mit Depressiven: viele Fragen stellen und geduldig zuhören. Positiv besetzte Themen favorisieren. Den Betroffenen / die Betroffene gedanklich zu Erinnerunsplätzen hinführen, die für das Glückserleben und die Stärkung des Selbstbewusstseins wichtig waren. Aber Achtung: Da der Verlust von geistigen und/oder körperlichen Fähigkeiten ursächlich mit den Depressionszuständen zusammenhängt, kann es leicht sein, dass man dabei einen "Hotspot" des Depressionsgeschehens trifft. Falls der behandelnde Psychotherapeut / die behandelnde Psychotherapeutin auch mit pflegenden Angehörigen bzw. Pflegekräften zusammenarbeiten will, ist es durchaus sinnvoll, diesem / dieser diesbezüglich Auffälligkeiten mitzuteilen. Auch beim Auffinden von Stressfaktoren (die es abzubauen gilt; siehe unten) können BetreuerInnen einen wichtigen Beitrag leisten, da einige sehr wichtige Stressfaktoren dem / der Betroffenen gar nicht richtig bewusst sind und erst in den Gesprächen aus dem Unterbewusstsein auftauchen.

Der / die Betroffene kann auch viel zur Besserung der depressiven Zustände beitragen: gesunde Ernährung, Bewegung an frischer Luft, Sonnenlicht, bewusster Abbau möglichst vieler Faktoren, die Stress verursachen, positive Unterhaltung suchen (Computerspiele, humorvolle Filme, lustige Bücher, bewährte Lieblingsmusik abspielen).

Ratgeber

Eine praktische Broschüre zu Älterwerden, Psyche und Lebensqualität gibt es (gratis) beim Hilfswerk Österreich. Auf 24 Seiten finden Sie Informationen zu Herausforderungen der Psyche im Alter, was eine Depression ist und was nicht, wie eine Depression richtig behandelt wird, wie man den Alltag besser bewältigt und wo es Unterstützung gibt. Bestellbar unter der gebührenfreien Telefonnummern 0800 800 820 oder per E-Mail unter office@hilfswerk.at.
 

 Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte informieren Sie uns über allfällige Fehler oder korrigieren Sie diese selbst!

Letzte Aktualisierung am: 10.06.2014, 09:47 




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