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EINSAMKEIT
Alte Menschen leiden oft unter Einsamkeit. Dabei sind "objektive" Parameter unerheblich. Wollen pflegende Angehörige oder Pflegekräfte das Einsamkeitsempfinden der zu betreuenden Person verbessern, müssen Sie die Subjektivität des Empfindens akzeptieren. Auch wenn der betagte Vater oder die betagte Mutter täglich besucht wird, darf er bzw. sie sich trotzdem einsam fühlen und dies auch artikulieren. Die Kinder wiederum sollten dies nicht als Kränkung oder Missachtung ihrer Bemühungen empfinden, sondern als Aufforderung für mehr Kreativität, den Einsamkeitsgefühlen entgegenzuwirken (und zwar ohne dass dabei die Besuchfrequenz oder die Besuchsdauer erhöht werden müsste). Gut gegen die Einsamkeit pflegebedürftiger Menschen wirken:
- ein geregelter Wochenablauf
- ein Stundenplan für Besuche und Aktivitäten
- Eigenständigkeiten trainieren (auch wenn sie für die Pflegeperson mit Zeitaufwand verbunden ist)
- Gespräche, in denen die zu pflegende Person im Mittelpunkt steht und sich der andere Gesprächsteilnehmer eher auf das geduldige Zuhören und Fragestellen konzentriert
- professionelle Dienste einbinden (Essen auf Rädern - Menüservice, Besuchsdienst, Physiotherapie, mobile Massage, mobile Friseure, mobile Nagelpflege usw.)
- Beschäftigung z.B. mit kreativen Dingen, den der / die Betroffene während ihrer Kindheit gerne gemacht hat
- Kreuzworträtsel, Sudoku etc. (gibt es jede Menge auch im Internet)
- Computerspiele (ggf. auch über Internet mit Online-SpielpartnerInnen; oder Spile mit sogenannten Sims simulierten EinwohnerInnen)
- eine gute, leicht zu bedienende Telefonanlage mit Freisprecheinrichtung und/oder Headset installieren
- Skype einrichten
- Rituale (tägliche, wöchentliche und solche, die sich nach dem Jahreslauf richten)
- Ausflüge in gewohnte Umgebung
- Ausflüge in ungewohnte Umgebung
- Hörbücher
- Fernsehserien von früher (gibt es preisgünstig und in kompletten Sammlungen auf DVD); besonders empfehlenswert: Serien, die eine Familie als Protagonisten haben (hier kann der Zuseher / die Zuseherin mit den Familienangelegenheiten und Schicksalen mitleben).
- Internet (vor allem Social Media, Blogs, Chats und YouTube)
- Bereitlegen von Familienalben und Bildbändern zur Jugendzeit des / der Betroffenen (aber Achtung, das kann auch ungute Gefühle entstehen lassen; unbedingt auf die Körpersprache achten!)
- Therapiepuppen
- Therapie-Stofftiere
Haben Sie noch mehr Tipps gegen die Einsamkeit pflegebedürftiger Personen? Wenn ja, bitte um E-Mail an
hollinek@pflegesuche.at oder aber Sie melden sich für dieses Portal an und schreiben an diesem Stichwort weiter.
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Letzte Aktualisierung am: 20.09.2011, 10:59