SEITE BEARBEITEN >>

GREEN CARE

Immer mehr österreichische "Green Care - Wo Menschen aufblühen"-Betriebe werden mit der Zertifizierung ihres Angebots zu einem ernstzunehmenden Anbieter sozialer Dienstleistungen im städtischen und ländlichen Raum. Acht Bauernhöfe haben diesen wichtigen Schritt, der erst seit Ende Juni mit Festlegung der einheitlichen Standards möglich ist, mittlerweile gesetzt, fünf weitere werden bis Weihnachten folgen und zusätzlichen zehn Betrieben wurden ebenfalls schon ihre Anmeldeformulare zugeschickt. Bei den acht zertifizierten Höfen wurden alle notwendigen Vorgaben von der externen Zertifizierungsstelle SystemCERT bei einem Audit als erfüllt bestätigt. Sie dürfen nun die Bezeichnung "zertifizierter Green Care-Betrieb" tragen und sind an einer entsprechenden Hoftafel zu erkennen. "Diese Betriebe sollten Vorbild für alle anderen bäuerlichen Anbieter/-innen sein", rät Projektleiterin Mag. (FH) Prop zur Zertifizierung. "Das ist nicht nur eine Qualitätssicherungsmaßnahme für die Anbieter/-innen, sondern schafft auch ein großes Maß an Vertrauen bei den Kooperationspartnern, insbesondere bei den zu betreuenden Menschen und deren Familien."

[Werbung/PR]



Ing. Robert Fitzthum, Obmann des Vereins Green Care Österreich, dem alle neun Landwirtschaftskammern angehören, ist erfreut über die gelungene Zertifizierung der ersten Betriebe wie des Reiterhofes von Cornelia und Hans Rohrmoser aus St. Johann im Pongau (Salzburg) und des Adelwöhrerhofes von Johann und Petra Steiner aus St. Oswald (Steiermark), die am 20. beziehungsweise am 26. November ihre offizielle Hoftafel erhalten haben. "Soziale Dienstleistungen wie Kinderbetreuung, Pflege, Tiergestützte Pädagogik etc. sind ein wichtiger Faktor, besonders für den ländlichen Raum, wo solche Strukturen teilweise nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind, der Bedarf aber steigt. Das bedeutet eine zusätzliche Einkommensmöglichkeit für Bäuerinnen und Bauern, die die Erhaltung des Hofes maßgeblich sichern kann und ist gleichzeitig eine Stärkung der Region. Auf dem Markt erfolgreich sein, werden am Ende jene Betriebsführer, die das beste Angebot bieten und deren Standards sowie die Weiterbildung regelmäßig überprüft werden", ist er zuversichtlich, dass viele der übrigen bäuerlichen Anbieter ebenfalls diese Chance zur Zertifizierung ergreifen werden.

Aufgabe des Mitte Juli gegründeten Vereins Green Care Österreich ist aber nicht nur die Qualitätssicherung, mit dem Ziel der nachhaltigen und langfristigen Absicherung des Green Care-Angebots durch bäuerliche Betriebe in Österreich, sondern auch das Aufgreifen, Entwickeln und Vorantreiben von entsprechenden Angeboten, die aktive Unterstützung bei der Umsetzung der Green Care-Strategie in der Land- und Forstwirtschaft sowie die Stärkung der Informations- und Vernetzungsstrukturen zwischen den Kooperationspartnern aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Bildung, Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft. Weiter forciert der Verein die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, unterstützt die interdisziplinäre Forschung auf diesem Sektor, ist zuständig für das Monitoring der heimischen Produkte sowie für die Weiterbildung der Anbieter und er engagiert sich medial, durch die Green Care - Wo Menschen aufblühen-Internetplattform (www.greencare-oe.at), die alle Interessenpartner informiert und dem Erfahrungsaustausch dient, aber ebenso, indem regelmäßig Green Care-Betriebe vor den Vorhang geholt und deren Mehrwert für die Gesellschaft dargestellt wird.

Das Zertifizierungsmodell

Die Green Care-Zertifizierung ist eine freiwillige Auszeichnung für land- und/oder forstwirtschaftliche Betriebe, die Produkte bzw. Dienstleistungen im Bildungs-, Gesundheits- und/oder Sozialbereich mit bestimmten Qualitätsstandards auf ihrem Hof anbieten. Mit der Zertifizierung verpflichten sich die ausgezeichneten bäuerlichen Unternehmen, die Anforderungen bzw. die Kriterien dem Green Care-Kriterienkatalog entsprechend einzuhalten und diese über eine extern beauftragte Zertifizierungsstelle überwachen zu lassen. Die Green Care-Zertifizierung stellt sicher, dass klar definierte soziale, organisatorische, betriebswirtschaftliche und rechtliche Standards (Kriterien) erfüllt und regelmäßig evaluiert werden. Auch die entsprechende berufliche Qualifikation der Anbieter/innen für die jeweiligen Personen der Zielgruppe ist in den Kriterien zur Zertifizierung definiert und wird kontinuierlich überwacht. Für die Zertifizierung wurde von Green Care Österreich gemeinsam mit einer Reihe von externen Expert/inn/en ein eigenes Green Care-Kriterien- und -Beurteilungssystem entwickelt. Der Bauernhof wird im Rahmen dessen von der unabhängigen externen und akkreditierten Zertifizierungsstelle SystemCERT auditiert.

Fünf Säulen der Green Care-Zertifizierung

Die zu erfüllenden Kriterien sind in die folgend angeführten fünf Säulen gegliedert. Säule I „Infrastruktur“ zeigt Erscheinungsbild und Erreichbarkeit des Hofes sowie getroffene Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz aller beteiligten Personen auf. Säule II „Evaluation und Weiterentwicklung“ bietet die Möglichkeit, eigene weiterführende Qualitätsstandards zu setzen. Neben der Umsetzung eines eigenen Leitbilds für den Betrieb werden Aktivitäten der Personen der Zielgruppe oder die Durchführung von Zufriedenheitserhebungen angeführt. Säule III „Aus- und Weiterbildung“ beinhaltet Kriterien zu Aus- und Weiterbildungen der Personen, die an der Durchführung des Green Care-Angebots beteiligt sind. Säule IV „Recht“ regelt vertragsrechtliche Grundlagen zwischen den beteiligten Personen. Säule V „Marketing“ begutachtet die richtige Bewerbung des Green Care-Angebots.

Adresse und Telefonnummer

Landwirtschaftskammer Wien
Gumpendorfer Straße 15
1060 Wien

Telefon: 01/5879528
E-Mail: direktion@lk-wien.at
Homepage: www.lk-wien.at

Siehe auch


 

 Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte informieren Sie uns über allfällige Fehler oder korrigieren Sie diese selbst!

Letzte Aktualisierung am: 04.01.2016, 12:02 




[Werbung/PR]