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HUMOR

So beschwerlich das Leben in hohem Alter oder bei schwerer Krankheit sein kann, es gibt doch einige - völlig rezeptfreie Mittel - die es erleichtern, verschönern und bereichern: Zuwendung, Liebe und Humor. Zuwendung und Liebe muss man einfach geben und nehmen; beim Humor kann man darüber hinaus für ein entsprechendes Umfeld sorgen. Das Internet, DVD, Audio-CD und das Fernsehen sind rund um die Uhr verfügbare Quellen von Unterhaltung. Es gibt aber auch Live-Auftritte, z.B. von den Roten Nasen.

Was als Pilotprojekt in einer einzelnen Einrichtung begann, ist mittlerweile nicht mehr aus dem Pflegealltag wegzudenken. Bisher haben ROTE NASEN bei 4900 Einsätzen mehr als 195.000 SeniorInnen in 22 Institutionen österreichweit mit der Kraft des Humors „angesteckt“. Website: //www.rotenasen.at.

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Zahlreiche Anfragen aus dem Pflegebereich ermutigten ROTE NASEN, die ersten Clownbesuche in geriatrischen Einrichtungen zu wagen. „Wir wurden von Menschen, die in der Pflege arbeiten darauf angesprochen, warum ROTE NASEN Clowns nur zu kranken Kinder kommen. Die Clownfigur könnte doch auch SeniorInnen in Pflegeeinrichtungen helfen, mit den Widrigkeiten des Lebens besser umzugehen. Damit hat alles begonnen und wir haben uns auf dieses ‚Experiment‘ eingelassen“, erinnert sich Mag. Martina Haslhofer, heutige Leiterin des Seniorenprogramms und Clowndoctorin.

Humor ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen und dennoch war die Skepsis bei ROTE NASEN zum Start des Seniorenprogramms sehr groß. Die Clowndoctors waren sich nicht sicher, wie ältere Menschen tatsächlich auf ihre Besuche reagieren würden. Würden sie sich vielleicht nicht ernst genommen fühlen? Schnell wurde klar, dass Clowns und SeniorInnen wunderbar zueinander passen. Denn der Clown bietet ihnen etwas, das sie kaum oder nur noch selten erleben: Leichtigkeit und Optimismus.

Neue Vitalität und Lebensqualität

Pflegebedürftige ältere Menschen leiden meist unter der Einschränkung ihrer Mobilität, ihrer Wahrnehmung und ihrer Erinnerungs- bzw. Kommunikationsfähigkeit. Die Clowns begegnen den SeniorInnen ganz individuell, mit viel Respekt und Einfühlungsvermögen. Aus vermeintlichen Defiziten werden Stärken, aus hilfsbedürftigen Menschen wichtige BeraterInnen der Clowns. Denn durch die Schwächen der Clowns entdecken die SeniorInnen oft ihre eigenen Fähigkeiten wieder und helfen den Clowns bei ihren Problemen (z.B. Was muss man über die Liebe wissen? Warum müssen auch Clowns zum Zahnarzt und wie tanzt man eigentlich Walzer? ). Das weckt neue Lebensgeister!

Rendezvous mit dem Leben

Das Gefühl der Nutzlosigkeit, ein monotoner Alltag, der Verlust der bisherigen sozialen Rolle, große Abhängigkeit – all das umgibt die BewohnerInnen von Pflegeheimen tagtäglich. Daher ist die Vergangenheit für die meisten betagten Menschen wichtiger geworden als die Gegenwart oder die Zukunft. Früher hatten sie ein selbstbestimmtes Leben, in dem noch „etwas los war“. Darauf bauen die Clowns auf. In Vorgesprächen mit dem Pflegepersonal holen sie sich wichtige Informationen über die damalige Lebenswelt der SeniorInnen und begeben sich dann mit ihnen gemeinsam raus aus der Welt der Hilflosigkeit hinein in die Zeit der „goldene Jahre“: Altbekannte Lieder, ein vertrauter Geruch, eine Geschichte oder ein Gegenstand – all das kann schöne Erinnerungen hervorrufen.

Clownarbeit bei Kindern vs. Clowns bei SeniorInnen

Die Begegnung mit älteren Menschen unterscheidet sich ganz maßgeblich von den Besuchen auf den Kinderstationen im Krankenhaus, das weiß auch Mag. Martina Haslhofer: „Im Seniorenprogramm sind es ganz andere Themen, die die Menschen amüsieren und sie zum Lachen bringen. Selbstverständlich sind es ‚Erwachsenenthemen‘ wie z.B. Liebe oder Mann-Frau-Konflikte. Die BewohnerInnen von Pflegeheimen interessieren sich mehr für die Clownfigur als Kinder. Kinder sind gerne Publikum, SeniorInnen erwarten nicht nur, dass wir lustig sind, sie möchten auch mit uns interagieren bzw. möchten sie auch uns zum Lachen bringen.“

„Wann kommt Ihr wieder?“

Den Großteil der kleinen PatientInnen, den ROTE NASEN besucht, treffen die Clowns nur wenige Male. Das ist im Seniorenprogramm ganz anders, da die SeniorInnen viele Jahre und meist bis zu ihrem Lebensende in der Pflegeeinrichtung leben.

„Das Besondere an den regelmäßigen Clownvisiten bei BewohnerInnen von Pflegehäusern ist, dass durch die vielen Begegnungen tiefe Beziehungen entstehen und sich die Sicherheit des Wiedersehens positiv auf das Wohlbefinden der betagten Menschen auswirkt. Die Frage, wann wir wiederkommen, ist die häufigste Frage, die wir Clowns im Seniorenprogramm gestellt bekommen“, erzählt Mag. Martina Haslhofer aus ihren Erfahrungen.

Vorhang auf für das neue ROTE NASEN Varieté

Rechtzeitig zum 15. Jubiläum des Seniorenprogramms (2015) startet ROTE NASEN mit einem neuen, von der Europäischen Kommission kofinanzierten Projekt: Beim neuen ROTE NASEN Varieté werden die SeniorInnen selbst zu Stars! Drei Tage lang begeben sich die BewohnerInnen geriatrischer Einrichtungen in die zauberhafte Welt des Varietés. Mit viel Feingefühl unterstützen die Clowns die SeniorInnen beim Einstudieren ihrer persönlichen Bühnennummern aus den Bereichen Artistik, Tanz, Magie und Kurioses. Das Programm ist so gestaltet, dass auch Menschen mit unterschiedlichsten körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen mitmachen können. Vor ausgewähltem Publikum (BewohnerInnen, Angehörige, Pflegepersonal) heißt es dann „Vorhang auf“ – eine gelungene Vorführung und der Applaus erfüllen die betagten KünstlerInnen mit Selbstbewusstsein und Stolz und sie bekommen so die Möglichkeit, vergessen geglaubte Fähigkeiten wieder neu zu entdecken. Website: //www.rotenasen.at
 

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Letzte Aktualisierung am: 16.02.2015, 20:06 




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