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MACHT - MACHTMISSBRAUCH

Zu den unguten Charaktereigenschaften des Menschen zählt das Bedürfnis nach Macht. Wie stark dieses Machtbedürfnis in einem Menschen verankert ist und wie offensichtlich es für einen selbst und die Mitmenschen erkennbar wird, hängt von vielen Faktoren ab. Ob Beruf oder Familie, überall gibt es Machtspiele - im "Geheimen" oder voll ausgelebt. Zeiten ohne Machtkämpfe sind eher nur dann, wenn alle Beteiligten ihre Rangordnung, ihre Stellung in der Gruppe und die ihnen zugeteilten Aufgaben akzeptiert haben und keine Ansprüche erheben, die die Machtfaktoren der anderen Gruppenmitglieder gefährden könnten.

Pflegesituationen können unwägbare Veränderungen der Machtstrukturen bewirken. Das gilt nicht nur für den direkten Kontakt einer bestimmten Pflegeperson zum / zur Betreuten, sondern auch innerhalb der Gruppe an Betreuern und Betreuerinnen. So können in unvermuteter Intensität Machtkämpfe entstehen, die eine große psychische Belastung aller Beteiligten bewirken können.

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Vermengen sich Machtgelüste, Machtlosigkeit und psychischer Druck, kann es zu Machtmissbrauch kommen, dessen Erscheinungsformen von simpler Bevormundung über "merkwürdige" Vorschriften und Verhaltensregeln, bis hin zu Zwangsmaßnahmen, Gewalt und Sadismus gehen können. Auch hier kann das böse Spiel in beide Richtungen erfolgen, als nicht nur Machtmissbrauch von BetreuerInnen, sondern auch Machtmissbrauch von Pflegebedürftigen.

Wie man Tendenzen zu Machtspielen bzw. Machtmissbrauch begegnen sollte, ist schwer zusammenzufassen. Gut ist, wenn man sie erkennt und ihnen damit die Schärfe nimmt (dazu siehe auch den Beitrag Achtsamkeit). In schwierigen Fällen empfiehlt sich das Hinzuziehen einer Vertrauensperson bzw. eines Psychotherapeuten / einer Psychotherapeutin.
 

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Letzte Aktualisierung am: 05.03.2013, 14:47 




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