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MOBILITÄT

Der Begriff Mobilität stammt aus dem Lateinischen (mobilitas) und bedeutet Beweglichkeit oder die Fähigkeit zur Veränderung. In der Pflege, genauso wie im gesellschaftlichen Leben, bedeutet Mobilität nicht nur die Fähigkeit, sich zu bewegen, sondern stellt auch einen wichtigen Indikator für Gesundheit und Selbstbestimmung dar.

Das Thema Mobilität ist in der Pflege also eng an die Gesundheit gebunden und hat damit sowohl individuelle als auch soziale Relevanz. Individuell, weil die Einschränkung der Mobilität einer Person sich auf das Selbstvertrauen des Betroffenen auswirkt und Immobilität das Einbußen sozialer Kontakte und den Verlust von Lebensqualität bedeuten kann. Sozial, weil zunehmende Immobilität den Übergang in die Pflegebedürftigkeit bedeuten kann und angesichts allgemein steigender Lebenserwartung diese Immobilität gesellschaftlich mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Deshalb sollte alles dafür getan werden, die Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich hinauszuzögern.

Mobilität bedeutet also Gesundheit und je ungehinderter wir uns bewegen können umso gesünder fühlen wir uns. Die Bewegungsfähigkeit und unsere Gesundheit stehen also in einem Verhältnis gegenseitiger Abhängigkeit zueinander. Ein Verhältnis, welches sich von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter, in allen Lebensphasen eines Menschen nachvollziehen lässt. Sowohl in der Kindheit, in der eine gesunde Entwicklung vom Kriechen über das Krabbeln bis zum Gehen lernen führt als auch im hohen Alter wenn die nachlassende Bewegungsfähigkeit zu einer enormen Verminderung der Lebensqualität führt. Also ist es wichtig hervorzuheben, dass weil die Gesundheit und die Mobilität sich gegenseitig beeinflussen und die Gesundheit ein kostbares Gut ist, die Beweglichkeit in allen Lebensphasen, und nicht nur wenn die Mobilität aufgrund von Krankheit oder Alter bereits eingeschränkt ist, gepflegt werden sollte.

Doch wie lässt sich Mobilität pflegen? Zunächst ist es wichtig festzuhalten, dass die Bewegung des Menschen eine körperliche Betätigung ist, die auf Reize reagiert. Weiters drückt sich jede Bewegung durch eine Lageveränderung des Körpers aus und entsteht durch das Zusammenziehen oder Anspannen der Muskulatur. Außerdem wirkt sich jede Bewegung des Körpers auf alle Grundfunktionen des Körpers, vom Herzschlag bis hin zur Atmung, Kreislauf, Verdauung oder Gehirntätigkeit aus. Also bedeutet Mobilitätstraining das Verständnis, dass unser Körper den Reiz und die Belastung braucht, um anschließend dafür zu sorgen, dass der Körper regelmäßig bewegt wird. Denn die Mobilität des Körpers zu erhalten, ist die wirksamste Vorsorgemaßnahme angesichts von Krankheit oder Alter.

Wie wichtig es ist, diese wechselseitige Beziehung zwischen Bewegunsfähigkeit und Gesundheit zu verstehen und zu pflegen, wird also besonders aus der Perspektive von Krankheit oder zunehmender altersbedingter Mobilitätseinschränkung deutlich. Denn besonders im Krankheitsfall oder mit altersbedingter Einschränkung der Mobilität lässt sich feststellen, dass die zunehmende Immobilität große psychische und soziale Defizite mit sich bringen kann. Angefangen vom Verlust der sozialen Kontakte bis hin zur Angst vor Stürzen, welche das Selbstvertrauen der Betroffenen erheblich beinträchtigen kann. Denn die Folgen von Stürzen sind für ältere Menschen oft verheerend. Nicht nur dass die Knochen brechen können, sondern auch das Selbstvertrauen, die Aktivität und der Kontakt zur Außenwelt. Dies kann zur Isolation führen.

Diese sind die Risiken der Gebrechlichkeitsphase. Eine Phase, die mit zunehmenden Alter unabwendbar ist, welche die letzte Stufe vor der Invalidität darstellt und daher mit allen Mitteln hinauszuzögern ist. Eine Phase im Leben des Menschen, welche deutlich macht, dass Mobilität ein Gut ist, dass mit allen verfügbaren Mitteln zu erhalten oder zurückzugewinnen ist.

Verständlich ist daher, dass eine der wichtigsten Aufgaben der Pflege im Bezug auf die Mobilität die Mobilisierung selbst ist. Diese Mobilisierung wird durch die Anregung zur Bewegung, die aktive Hilfestellung oder durch die planmäßige Mobilisierung, die einen Schema folgend, die Patienten zunehmend anstrengenderer Bewegungsübungen unterzieht und auf diese Weise ihre Mobilität verbessert.

Die Mobilitätserhaltung ist also das oberste Ziel der Pflege. Aber nicht nur in der Pflege ist sie ein wichtiges Ziel, sondern auch ein Lösungsansatz für eine alternde Gesellschaft. Denn nicht nur, dass jeder von uns früher oder später sich mit der Mobilität oder der Pflegebedürftigkeit beschäftigen wird müssen, sondern in einer alternden Gesellschaft müssen immer mehr von uns in Pflegeeinrichtungen betreut werden. Dies verursacht immer mehr Kosten. Sowohl individuell als auch gesellschaftlich ist die Pflegebedürftigkeit also so lange wie möglich hinauszuzögern. Dies wird erreicht indem in jedem Alter darauf geachtet wird, dass wir uns ausreichend bewegen. Denn gegen Immobilität ist Mobilität immer noch die beste Therapie.
 

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Letzte Aktualisierung am: 04.06.2013, 20:37 




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