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TRAUER

Was tun wenn ein Mensch, den wir sehr lieben, uns verlässt? Wohin sollen wir gehen, wenn wir den Boden unter den Füßen verlieren, weil wir diesen Verlust nicht überwinden können?

Die Trauer ist in erster Linie ein emotionaler Bewältigungsprozess bei Verlust eines Menschen oder aber auch im Fall einer schweren Krankheit. Sie äußert sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich und ist von unserer kulturellen Prägung abhängig. Manche Menschen trauern kaum (weil sie den Verlust akzeptieren können), für andere sind einige Tage genug und wieder andere benötigen Jahre zur Bewältigung. Im Bezug auf die Trauer gibt es also kein richtig oder falsch. Jedoch ist es wichtig zu wissen, dass es einen Unterschied zwischen normaler Trauer und krankhafter Depression gibt.

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Trauer und Traurigkeit zuzulassen, ist bei der Überwindung des Verlustes eines Menschen wichtig, empfehlen alle Trauerexperten. Damit aber aus der Trauer keine Depression entsteht, ist es ebenso wichtig, sich zu Bewusstsein zu holen, dass die Trauer ein Phänomen ist, das in bestimmten Abschnitten verläuft. Wenn der Schmerz übergroß wird oder zu lange andauert, sollte professionelle Unterstützung beansprucht werden. Dies kann auch neue persönliche Perspektiven eröffnen. Denn nicht selten kann festgestellt werden, dass mit der Auseinandersetzung der Trauer der Verarbeitungsprozess bereits eingesetzt hat. Bei genauerer Betrachtung des Trauerprozesses können oft mehrere Phasen festgestellt werden:

In schweren Fällen ist zunächst ein Schockzustand zu beobachten, in dem die Betroffenen den Verlust nicht wahr haben wollen oder gar nicht wahr haben können.

Anschließend folgt eine depressive Phase, geprägt von Schmerz, Sinnleere und Zukunftsangst. Nicht selten werden diese Erscheinungen von Schuldgefühlen oder körperliche Erkrankung begleitet. Diese Phase hält so lange an, bis deutlich wird, dass die Wunde zu heilen beginnt und wieder das Hier und Jetzt wahrgenommen werden kann.

Viele Therapieansätze haben diese Trauerphasen aufgegriffen, um mit eigenen Methoden Unterstützung bei der Trauerbewältigung zu leisten. Diese Ansätze zeigen deutlich auf, dass obwohl Trauerprozesse individuell sehr unterschiedlich verlaufen können und die Grenzen zwischen den Trauerphasen oft fließend sind, Trauer sehr oft auch unbemerkt verläuft. Die Unterteilung der Trauer in Phasen ist sehr nützlich, wenn es darum geht zu erkennen, wo man sich im Trauerprozess befindet und wohin wir uns bewegen. In diesem Sinne, als ein Werkzeug zur Verarbeitung von Trauer, ist eines der bekanntesten Modelle jenes von Elisabeth Kübler Ross, die den Trauerprozess als parallel verlaufend zum Sterbeprozess sieht und deswegen folgende Unterteilung macht:

Phase 1: Das Nicht-wahr-haben-wollen. Eine Phase, in welcher der Tod verleugnet wird und die Betroffenen das Gefühl haben, einen schlimmen Albtraum zu erleben und daher wie gefühllos wirken. In dieser Phase ist es wichtig Abschied zu nehmen, denn so wird verhindert, dass der Trauernde sich allzu sehr von der Realität entfernt.

Phase 2: Das Aufbrechen von Emotionen. Nach der Unterdrückung der Emotionen in der ersten Phase kommen diese ungeordnet und in unterschiedlicher Stärke zum Ausbruch. Schmerz, Zorn, Wut oder Schuldgefühle können die Folge sein.

Phase 3: Sich finden und sich trennen. Erinnerungen an die gemeinsame Zeit beginnen wach zu werden; der Trauende fängt an den Verlust zu akzeptieren.

Phase 4: Je nachdem, wie stark die Verbindung mit den Verstorbenen ist, können Phase 2 und Phase 3 immer wieder aufbrechen, aber der Trauernde, der sich in seinen Schmerz zurückgezogen hat, beginnt nun wieder sich auf andere Personen zuzubewegen.

Oft wird davon ausgegangen, dass der Trauerprozess ein passiver Vorgang sei, der von alleine geschieht. Die Realität lehrt aber, dass der Tod eines geliebten Menschen der Grund für sehr tiefe und scheinbar unüberwindbare Trauer sein kann. Wenn wir dann das Gefühl haben, den Boden unter den Füßen zu verlieren, ist es wichtig, dass der Schmerz über den Verlust einen bestimmten Verlauf hat. Sollte der Schmerz zu groß sein, gibt es viele verschiede Organisationen, die Ihre Hilfe und Unterstützung anbieten. Eine Unterstützung, die vor allem darin besteht, dass die Trauenden aktiv werden können, damit die Trauerverarbeitung ihren normalen Verlauf fortsetzt.

Siehe auch


 

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Letzte Aktualisierung am: 24.05.2015, 19:52 




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